Sonntag, 9. Dezember 2007

Ausreise

Servus ihr daheim,

die letzten Tage waren mal wieder sehr turbulent. Mit meinem lieben Fr. Joriz hatte ich mal wieder ein bisschen Aerger. Mit Hanna moechte ich ueber Silvester gerne in eines der umliegenden Laender fliegen. Fr. Joriz erlaubt mir aber nicht auszureisen. Also hab ich mich nach die naechst hoehere Instanz gewendet, an Bro. Carlo, mit dem kann ich eh besser wie mit Fr. Joriz. Bro. Carlo erlaubt mir auszureisen, wenn ich das OK von Benediktbeuern become. Also, Emails nach Deutschland verschickt und es wurde ueberraschender Weise sehr schnell geklaert, denn ich muss ja auch mein Ticket buchen. Jedenfalls darf ich nun ausreisen, so viel Theater fuer ein paar Tage….

Bro. Carlo hatte am Samstag 25. jaehriges Jubilaeum, das wurde ganz gross gefeiert. Ich habe beim Catering geholfen, es waren ueber 600 Menschen da. Anschliessend hab ich mich mit Sylvia und Philipp in der SM getroffen. Sylvi hab ich nun vorerst zum letzten Mal getroffen, sie kommt zwar Ende Dezember nochmal nach Cebu, aber da bin ich ja nicht da und Philipp fliegt am 31.12. heim. Ich hoffe sehr, dass ich hier bald wieder jemand Deutschen kennenlerne, denn manchmal tut es einfach gut Gleichgesinnte zu haben. Aber mit einem Deutschen kann man einfach auch andere Sachen machen als mit den Filipinos, die haben ja meistens kein Geld um ins Kino oder in eine Bar zu gehen.

Ich wuensche euch eine erfolgreiche Arbeitswoche und immer merken: Nur nicht stressen lassen! Babay aus Cebu

Donnerstag, 6. Dezember 2007

KEIN NIKOLAUS???? WIE GEMEIN!!!!!

Donnerstag, 06.12.2007
Heute ist der erste Nikolaustag meines Lebens an dem der Nikolaus nicht zu mir kommt, das ich find voll gemein und ich fuehle mich sehr vernachlaessigt. Hier gibt es keinen Nikolaus, keinen Advent.... welch ein Glueck das sie hier Weihnachten nicht auch noch gestrichen haben.
Also, feiert schoen und geniesst die Vorweihnachtszeit in Deutschland und bitte den ein oder andern Gluewein fuer mich trinken und feste Plaetzchen essen, das gibt es hier naemlich auch nicht.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Genesungswuensche, Silvesterplaene und Sentimentalitaeten

Mittwoch, 05.12.2007, 9:23 pm

Vielen vielen Dank fuer all eure Genesungswuensche, ich bin ganz ueberrascht von so viel Mitgefuehl. Wie Julia schon geschrieben hat (siehe Gaestebuch) fuehlt man sich in der Situation wirklich wie ein kleines Kind und will nur noch nach Hause. Auf meinem linken Ohr hoere ich nun schon seit ueber einer Woche nichts mehr. Am Montag war ich nochmal beim Doktor, diesmal aber im Krankenhaus, denn der Doktore vom Freitag war mir nicht so geheuer. Und siehe da, mein Gefuehl hat mich nicht getaeuscht, der Dok von Freitag hat wohl noch nicht mal Medizin studiert, was man schon am Zustand der Praxis erahnen konnte.

Aber Dr. Cruz im Krankenhaus konnte mir auch nicht wirklich weiterhelfen, ausser Medikamente verschreiben hat auch dieser Arztbesuch nicht viel gebracht. Fuer 7 Tabeltten Antibiatika und ein Nasenspray hab ich knapp 30 Euro bezahlt, Medikamente sind hier so abartig teuer. Ich hoffe das ich das alles von meiner Versicherung ersetzt bekomme. Auch fuer jeden Arztbesuch muss man hier blechen.

Ansonsten hatte ich die letzten zwei Tage kein Fieber mehr, ich ess ganz ganz viele Mangos und ich glaub so langsam geht es wieder ein wenig bergauf. Bis naechsten Montag warte ich noch, (Dr. Cruz meinte zwei Wochen, ha ha, dann lauf isch schon drei Wochen mit nicht hoerendem Ohr rum das kanns ja wohl nicht sein) dann geh ich nochmal hin und lass es mir aufstechen. Das hab ich in Deutschland schon mal ueber mich ergehen lassen, da wird das Tromelfell mit einer recht grossen Nadel durchstochen. Unbandige Schmerzen aber wenns hilft. Aber wenn ich dann wiederum an die nicht vorhandenen hygienischen Zustaende hier denke... Ach keine Ahnung was da richtig ist.



Mit Hanna plane ich gerade Silvester, evt. wollen wir nach Vietnam, Hong Kong ect. fliegen, kommt ganz drauf an welcher Flug am billigsten ist. Ich hoffe das das alles so hinhaut wie wir uns das vorstellen. Allerdings bin ich auch sehr hin und hergesrissen, denn Libeth faehrt ueber Silvester nach Mindanao, da wuerde ich sehr gerne mit. Diejenigen die sich von euch ein wenig mit Terrosristen auskennen wissen wohl, dass im suedlichen Teil von Mindanao die Abu-Sayyaf-Terroristen regieren, die fuer einen freien und unabhaengigen moslemischen Staat kaempfen. Hier wurde auch im Jahr 2000 die deutsche Familie entfuehrt. Natuerlich ist es keine Garantie dass ein/e Europaer/in nicht entfuehrt wird, nur weil sie mit einem Filipino unterwegs ist.

Aber die Filipinos kennen die Regionen in denen es nicht gefaehrlich ist. D. h. nutze ich nicht die Chance mit Libeth nach Mindanao zu reisen werde ich dort auch niemals hinkommen, denn ohne philippinische Begleitung ist eine Reise dorthin nicht empfehlenswert. Aber die Insel soll unglaublich schoen sein und ich wuerde sie mir schon gerne anschauen... Naja, noch sind es ein paar Tage bis Silvester...



Das mit Philipp muss ich hier auch noch klarstellen, das hab ich bisher ja nur per Rundmail getan. Philipp hatte kein Malaria sondern Dengue Fieber. Was aber nicht viel Unterschied macht, denn auch Dengue Fieber ist nicht behanelbar. Er hat sich selber nach neun Tagen aus dem Kh entlassen, was auch vernuenftiger war, denn von den Inketionsnadeln hat er eine ziemlich starke Infektion bekommen, da diese wohl nicht steril waren. Aber er ist noch nicht uebr den Berg, das ist er erst, wenn sich seine Blutwerte normalisiert haben. Ausserdem fliegt er am 31.12. heim :(



In drei Wochen ist schon Weihnachten... Ich weiss noch wie ich in den ersten Tagen nach meiner Ankunft dachte, bis Weihnachten steh ich das nie und nimmer durch. Aber die Zeit vergeht wirklich viel zu schnell. Dennoch wird es mir immer in Erinnerung bleiben, wie schlecht es mir die ersten zwei Wochen hier ging. Ich war psychisch noch nie so am Boden wie in den ersten Tagen hier. Aber das hat sich alles normalisiert, auch mit der Armut komm ich viel besser klar, es hoert sich vielleicht boese an, aber es ist alltaeglich geworden und es geht mir nur noch nahe wenn ich ganz besonders schlimme Faelle sehe und erlebe.

Aber wenn man die Armut tag taeglich vor Augen hat, kranke Kinder und Menschen die sich keinen Arzt leisten koenne, die auf der Strasse leben, halb verhungert einen anbetteln... Man gewoehnt sich daran und man nimmt es sich nicht mehr so zu Herzen wie in der Anfanszeit. Das geht auch gar nicht, das ist Selbstschutz, sonst wuerde ich hier kein ganzes Jahr durchstehen.

All diese Eindruecke verarbeite ich nach wie vor Nachts in meinen Traeumen. Auch in meinem Reisetagebuch halte ich alles fest, jeden Moment der mir nahe geht schreibe ich detaliert auf. Obwohl ich das Gefuehl habe, dass ich das gar nicht muss, denn das Meiste speichert sich tief im Hirn ab. Aber die Erinnerung verblasst irgendwann...

Dennoch muss ich sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war ein Jahr im Ausland zu leben. Jetzt weiss dich die kleinen Dinge des deutschen Alltages viel besser zu schaetzen. Und auch wenn unsere Behoerden oft stur sind, es ist gut das es Aemter gibt an die man sich wenden kann, in Deutschland muss keiner verhungern, die Babies sterben nicht kurz nach der Geburt, weil die hygienischen Zustaende katastrophal sind.
Und es gibt Waschmaschinen und Wasser mit Kohlensaeure und Plaetzchen und Punsch und Brot mit Koerner, frische Wurst und Kaese, Milchprodukte und eine Krankenversicherung.
Also all ihr Deutschen, seid mit dem gluecklich und zufrieden was ihr in Deutschland habt, denn das ist so viel mehr als irgendwo anders auf der Welt.

Dafuer sind die Filipinos im Herzen viel reicher als die Deutschen. Trotz ihrer meist sehr sehr aermlichen Lage haben sie immer ein Laecheln auf den Lippen, sie sind torotz allem freundlich, hilfsbereit und -vor allem Weissen gegenueber- so neugierig. Sie sind die Optimisten schlecht hin.


By the way, ich habe ein kleines Maedchen in der Playgroup, in der ich Dinstag, Donnerstag und Freitag arbeite, gerade vier Jahre alt. Die meinte neulich: "Wenn ich mal eine richtige Frau bin muss ich einen Weissen heiraten, das hat meine Mama gesagt." Schon den Kleinsten wird eingetrichtert, dass die weissen Menschen sehr reich sind, dass einem als Frau nichts besseres passieren kann als einen Weissen zu heiraten. Und da kann ich tausen Mal erklaeren, dass es auch schlechte weisse Maenner gibt, das wollen sie gar nicht hoeren. Alle Weissen sind nun mal reich, zumindest erscheint es den Filipinos so, denn die Preise hier sind gigantisch niedrig und somit koennen wir natuerlich leicht unser Geld hier ausgeben.

Und ich kann das sehr gut nachvollziehen, was wuerde unser eins alles machen, wenn wir von der Hand im Mund leben muessten, um unserer Familie ein besseres Leben bieten zu koennen??? Somitt laesst sich auch die hohe Zahl der Prostituierten erklaeren, denn es gibt schaetzungsweise mehr Prostituierte als Fabrikarbeiterinnen auf den Philippinen.

Aber nun genug fuer heute, wenn ich einmal anfange zu schreiben faellt es mir immer so schwer aufzuhoeren, weil es so unendlich viele Dinge zu berichten gibt.

Ich moechte mich ganz herzlich bei all den fleissigen Schreibern bedanken, ihr koennt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich immer uebr Post freue. Natuerlich freue ich mich auch ueber all eure Mails. Uebrigens ist bisher noch kein Tag vergangen an dem ich keine Email bekommen habe. Und ich bin ueber die Anteilnahme wirklich sehr geruehrt. Aber -ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen- wirklich verstehen und nachvollziehen kann man diese Gefuehle nur, wenn man das selber erlebt und gesehen hat.

Es gruesst euch herzlichst eure Lydi

Dienstag, 4. Dezember 2007

Mehr vom Wochenende auf Santa Fe

Nun hab ich grad ein wenig Muse die Fotos hochzuladen, ich hoffe ihr schaut sie euch auch an! Eh ja... und nur kein Neid :-)
Aber all die, die mich im Juli naechstes Jahr besuchen kommen, bekommen hier schon mal einen kleinen Vorgeschmack:



Samstag morgen um 3:30am ist unser Bus vom Nothterminal abgefahren. Nach gut zwei Stunden holpriger Fahrt (sowas wie Stossdaempfer gibt es hier nicht, dafuer kostet Busfahren nur wenige Cent) sind wir auf die Fahre umgesattelt, die uns nach Santa Fe geschippert hat.


















Santa Fe ist einfach Natur pur und ich war so happy endlich mal aus Cebu City rauszukommen, ich hab fast vergessen wir gut Smogfreie Luft riecht.









So wie dieser Junge hier helfen Millionen von Kindern ihren Eltern ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ein Grossteil der Filipinos lebt vom Fischen.





Es war einfach nur sehr sehr ruhig und unendlich erholsam....

























....und ich war voll muede...




















Die Santa Feler wohnen in Huetten....


















... und holen ihr Wasser aus dem Brunnen...


















Ganz typisches Bild, Fischerboote am Strand














Die Menschen sind foreignern gegenueber unglaublich neugierig















Nach unserem ausgiebigen Strandspaziergang, d. h. so ausgiebig war er gar nicht, aber bei knapp 40 Grad in der prallen Sonne halten es auch die Filipinos nicht lange aus, haben wir die Insel per Rikscha erkundet.
Das ist uebrigens Marry Chris, eine Bekannte von Libeth











Und dann hab ich endlich den Strand aus dem Katalog gefunden:)




















Wow, wow, wow, das Wasser war gigantisch
Wie im Traum...















Einer von unendlich vielen langen Sandstraenden der 7107 Inseln

















Und hier habe wir uebernachtet


















Eine filipino Kuh, sehen halt irgendwie genauso aus wie bei uns, gell?!?!






Und ich vermisse euch alle ganz schrecklich....

Montag, 3. Dezember 2007

Schlechte Gesundheit

Dienstag, 04.12.2007, 10:06 am filipino Zeit

Ich hab mich noch nie so muede, schlapp und ausgelaugt gefuehlt wie in den letzten Tage. Ich bin sogar zu muede um meine Fotos in meinen Blog zu laden und um euere Emails zu beantworte. Sorry, hol ich nach sobald es mir besser geht. Auf meinem linken Ohr hoere ich immer noch nichts und es ist wirklich furchtbar anstrengend seine Umwelt nur mit halber Hoerkraft wahrnehmen zu koennen. Ausserdem hab ich grad staendig erhoete Temperatur und ich fuehl mich so unendlich muede. Ich brauch mehr Schlaf als ein Baby.

Mittlerweile muss ich nur noch drei Medikamente nehem und ich hoffe sehr das sich der Propf in meinem Ohr blad loest, sonst dreh ich echt durch.
Die Philippinen machen mich wirklich krank. 24 Stunden lang dieser Laerm, die verpestete Luft... Und dann die vitaminarme Ernaehrung, immer nur Fisch und Reis. Meine Family isst leider kein frisches Obst, sie ziehen es vor Vitamintabletten zu schlucken.

Ich geh jetzt nach Hause, schlafen:)
Auf bald!

Sonntag, 2. Dezember 2007

Santa Fe, eine kleine Insel im Norden Cebus

Hey meine Lieben,

ich hatte ein sehr abenteuerliches Wochenende das leider viel zu schnell vorbei war. Ich bin viel zu muede um euch ausfuehrlich zu berichten, aber ich werde es in den naechstesn Tagen ganz bestimmt nachholen.

Hier schon mal ein Foto und ihr koennt ruhig ein wenig neidisch sein:)

LG









Freitag, 30. November 2007

Der schrecklichste Tag meines bisherigen Aufenthaltes

Heute war mit Abstand der schlimmste Tag seitdem ich hier bin.
Seit gestern hoere ich auf meinem linken Ohr gar nichts mher.
Gestern Nachmittag hat Gelen fuer mich in der ENT Klinik angerufen um einen Termin auszumachen. Heute sollte ich gegen 14:00 Uhr kommen, da um diese Uhrzeit die Sprechstunde stattfindet. Allerdings hat Gelen vergessen mir auszurichten, dass ich bereits gestern in die Klinik haette fahren muessen um meinen Namen in die Warteliste eintragen zu lassen. Also bin ich heute um zwei in die Klinik uns wurde wieder weggeschickt, mit der Begruendung sie haetten fuer heute genut Patienten. Hallo, gehts noch? Wuerde man das bei uns in Deutschland machen wuerde man gleich sagen, die Deutschen waeren auslaenderfeindlich.
Kurz um, ich war bei insgesamt sieben Aerzten, vier hatten geschlossen, denn feste Oeffnungszeiten gibt es hier nicht, die anderen drei haben mich weggeschickt, da sie genug Patienten fuer diesen Tag hatten. Ich bin wirklich in Panik geraten, weil ich keine Ahnung habe was mit meinem Ohr los ist und ich hab keine Lust mit einem Hoerschaden nach Hause zu kommen. Zu guter letzt war ich noch gegen 4 pm beim achten Doktor, der mir einen Termin fuer Nachts um eins gegeben hat. Die haben doch echt einen Knall.
Dann bin ich das erste Mal seit dem ich hier bin ich Traenen ausgebrochen, das war echt zuviel fuer mich. Wo gibt es denn sowas?

Meine Gastfamilie hat dann einen ENT Doktor ausserhalb von Cebu City aufgetrieben, obwohl es ueber eine Stunde Autofahrt war haben sie mich dorthin gefahren, dafuer war ich ihnen sehr sehr dankbar.
Ich habe einen Propfen im Ohr. Der Doc hat mir vier verschiedene Medikamente verschrieben, damit er sich (hoffentlich) bald loest.
Nun nehm ich mittlerweile (ich darf es ja gar nicht sagen sonst schimpft mich meine Mama) sechs Medikamente parallel, eines gegen Husten, eines gegen meine verschleimte Bronchien und vier gegen meine Ohren. Der Doc hat mir auch gleich gesagt das ich ueber das ganze Jahr immer wieder krank sein werde, da mein Immunsystem einfach zu schwach ist fuer all den Dreck und Smog hier. Hinzu kommt noch, dass die Ernaehrung der Filipinos kaum aus Vitaminen besteht, was ich vor allem daran merke, dass mir die Haare bueschelweise ausfallen.
Nun brauch ich jetzt auch noch Vitamin-und Eisentabletten. Die nehm ich aber erst wenn all das andere rum ist.
Also meine Lieben, seit froh, dass wir daheim niemals von einem Arzt weggeschickt werden, wir koennen jederzeit aerztliche Hilfe in Anspruch nehmen was ihr absolut nicht ueblich ist. Ich hoffe ihr wisst das zu schaezten.
Nun muss ich aber ins Bett, es ist schon 8 pm, um 2am klingelt mein Wecker, also in sechs Stunden und ich muss noch meine Sachen packen. Ich fahr naemlich uebers We nach Santa Fee, einer kleinen Insel im Norden von Cebu.
Auf bald.

Dienstag, 27. November 2007

Briefe, Postkarten und Paeckchen

Cebu City, 28.11.2007, 2:46 pm

Hello,

also da bekomm ich Wochen lang gar keine Post und dann kommt alles auf einmal.

Erstmal an Timo: Vielen Dank fuer deinen Brief und die Fotos aus Argentinien, ich hab schon fast vergessen wie du aussiehst:) Hab mich wirklich gefreut!

Dann weiter an Betty: Vielen lieben Dank fuer deine Postkarte, das Bild drueckt genau das aus was ich auch denke!!! Ich vermisse meine beste Freundin hier wirklich sehr, mit dir wuerde das hier noch viel mehr Spass machen, aber evt. klappst ja dass du im Juli/August Urlaub bekommst, wuerde mich auf alle Faelle riesig freuen.

Aber ganz besonders hab ich mich ueber die Postkarte von meiner ehemaligen Arbetisstelle gefreut. Rosi, Sonja, Karin, Hausi und Ursula, vielen vielen Dank fuer eure Karte, ich hab sie schon aufgehaengt, ich hab mich wirklich sehr sehr sehr sehr darueber gefreut. Obwohl ich nun schon so lange von euch weg bin denke ich noch sehr viel an meine ehemaligen Bewohner und Kollegen, ich vermisse euch wirklich sehr.

Und heute kam auch mein Paeckchen, jippi. Mit Rasierklingen drin, endlich kann ich mir wieder die Beine rasieren:) Also das Paeckchen kam eigentlich schon vor vier Wochen an, da hab ich schon mal so eine Karte bekommen. Da aber auf der Karte alles auf Cebuano stand hab ich unsere housegirls gefragt was die Karte bedeutet und sie meinten das sei lediglich die Empfangsbestaetigung fuer die Briefe die damals mit an kamen. Aber nun hab ich es, endlich wieder Lesestoff. Ich hab 12 Buecher von daheim mitgenommen, eines hab ich in Singapur in der JDHB mitgenommen und eins hab ich noch von Betty bekommen, also hatte ich 14 Stueck dabei, die hatte ich schon nach zwei Monaten gelesen. Dann hab ich Buecher mit Philipp getauscht, aber die hab ich auch schon alle verschlungen. Aus lauter Verzweifulung hab ich dann ein englisches gelesen, aber deutsche sind mir dann doch lieber. Und endlich kann ich Wurst essen. Seit meinem Abflug in Muc hab ich keine Wurst mehr gegessen. Und italienische Pasta kann ich nun auch geniessen.

Ach ja ...das Leben ist so schoen. Danka Mama und Schatz, auch fuer die Postkarten vom Allgaeu und fuer die Gummibaerchen, ihr wisst ja gar nicht wie viele Menschen ihr hier damit gluecklich gemacht habt. Aber die Ritter Sport ess ich alleine!
Also vielen vielen Dank, schoen das ihr mich noch nicht vergessen habt und ich hoffe das ihr auch weiterhin so schreibfleissig seid.
Viele liebe und -wie immer- sonnige Gruesse von den Kokos Inseln
Lydi

Sonntag, 25. November 2007

Baracken alias Zuhause von vielen Menschen, vom Schneider ueber die Toten bis hin zu den Bergbewohnern

Sonntag, 25.11.2007, 4:43 pm
Hi hey ho,
obwohl ich erst gestern viele neue Eindruecke bekommen und viele Fotos online gestellt habe, gibt es heute schon die naechsten.
Ich habe letzte Woche einigen Stoff zum Schneider gebracht, denn Hosen schneidern zu lassen kommt mich -kaum zu glauben- guenstiger als sie zu kaufen.
Ueber das Ergebnis war ich positiv ueberrscht, bevor ich nach Hause fliege lass ich mir hier auf alle Faelle nochmal welche schneidern.




Des isch der Schneider...












...und das ist sein Werkzeug.... So ein Teil hatten wir mal als Antiquitaet im Keller stehen!

















Und das ist die Umgebung in der ich lebe, ziemlich krasser Gegensatz zu dem Haus meiner hostfamily






















Unzaehlige Menschen in Cebu City leben in solchen Blechhuetten, die immer noch komfortabler sind als das Leben auf der Strasse, es gibt auch viele Familien die einfach an irgendeiner Strassenecke wohnen, weil sie nicht mal Geld fuer so eine Baracke haben.













Der Muell wird nicht anstaendig in einem Eimer entsorgt, ne, der wird einfach aus dem Fenster geworfen, ist ja auch viel bequemer und ein einmaliges Dufterlebenis :-)






Das ist ein Altar. Der steht bei uns im Flur. Der Mann auf dem Foto ist der Dad von Lilibeth, Telema, Jessica, Editha und ihrem Bruder, den ich aber noch nie getroffen habe, seinen Namen kenn ich auch nicht, ueber den wird hier nie gesprochen.






Das verstorbene Kind von Telma kommt ihr uebrigens nicht vor, das wird auch nie an seinem Grab besucht...




















... aber meine Familie ist ja soooo katholisch....
















Dann war ich heute Vormittag mit Libeth unterwegs, was mal wieder sehr abenteuerlich und aufregend war. Wir sind naemlich in die Berge, ja ich bin heute bei 30 Grad Vormittagstemperatur auf den Berg gekrakstelt, sogar fast 2 Kilometer steil bergauf.
Dort haben wir ein Projekt fuer Kinder in Not besucht. Das Haus hat wirklich eine wahnsinnslage, davon kann man nur traumen...























Finanziert wird das ganze von "Kinder in Not" aus Deutschland, hier koennt ihr einmal sehen wo all euere Spendengelder hinflessend, denn ich denke "Kinder in Not" ist in Deutschland sehr bekannt und hat einige treue Sponsoren.
Es war auch sehr schoen hier zur Abwechslung mal was deutsches lesen zu koennen.













Und es war sooo schoen mal ein paar Stunden aus der grossen, lauten und stinkigen Stadt rauszukommen, das war wie Urlaub!














Die Schwestern haben uns sehr lieb empfangen

















Dann haben uns die Kids ein Staendchen gesungen, voll suess!!!!



















Die ganze Meute, 68 Maedchen um genau zu sein.


















Erinnerungsfotos





Da hat es mir wirklich sehr gut gefallen und ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich eingeladen haeben mal fuer ein paar Tage zu bleiben. Auf alle Faelle werde ich dort mal ein Wochenende arbeiten, schon allein wegen der gesunden Luft.








Blick auf Cebu City, man beachte bitte den kunstvoll getroffenen Vogel





Und hier noch ein paar Landschaftsbilder. Einige Menschen wohnen hier ganz abgeschottet in den Bergen, hunderte von Metern keine Nachbarn, kein fliessen Wasser, kein Storm, kein Auto. Aber gluecklich.
Die Kinder werden uebrigens bei den Schwestern unterrichtet.














Und zum Schluss hab ich noch einen richitgen Bergmenschen kennengelernt, der zwar nicht viel englisch gesprochen hat, aber dank meiner Cebuanokenntnisse konnte ich ihn zumindest begruessen, ihn fragen wie es ihm geht, ihm fuer das Foto danken und einen schoenen Sonntag zu wuenschen.

Freitag, 23. November 2007

Vom Besuch auf dem Markt, herrenlosen Welpen und der mysterioesen Blumensendung

Samstag, 23.11.2007
Wieder ist eine WOche rum, die Zeit rennt geradezu nur so dahin. Heute bin ich genau seit drei Monaten hier und schon 3 1/2 Monate von deheim weg. Auch diese Woche war wieder sehr ereigenisreich, sie ihr an den nachfolgenden Fotos sehen koennt:



Am Donnterstag hab ich drei sehr mysterioese Anrufe bekommen, jedesmal hat mich irgendjemand auf Cebuano vollgelabert und ich hab echt nix verstanden. Beim dritten Anruf hab ich mein Handy einfach einer Kollegin in die Hand gedrueckt...



... und keine zehn Minuten spaeter kam der Blumenbote durch die office Tuere.
Eh ja, ich hab ja nun nicht damit gerechnet dass die kitschigen Blumen in seinem Arm fuer mich sind... Waren sie aber, mein Freund hat mir Blumen nach Cebu geschickt, ist das nicht lieb?!?!
Zwar bisschen kitschig der Strauss aber so sind die Filipinos einfach!!!! Ich hab mich natuerlich sehr darueber gefreut!!!!




Heute (24.11.07) hab ich Gelen zu ihren morgentlichen Einkaeufen auf den Markt begleitet un dabei mal wieder festgestellt in welch einer anderen Welt ich momentan lebe.
Der Fisch wird hier nicht etwa auf Eis aufbewahrt bis er verkauft wird, nein, der liegt so in der Sonne, ohne Kuhlung.

















Hier gibt es auch keine festen Preise, das wird jedes mal aufs Neue verhandelt. Aber der Preis fuer den Fisch hier ist unsagbar billig, fuer zwei Tueten voll Fisch haben wir um die 200 Pesos bezahalt, also so um die 3,20 Euro.











Ich glaub ich hab heute das erste Mal in meinem Leben einen echten Oktopus gesehen. Sonst kenn ich die ja nur tiefgefroren....



Das mit dem Fleischverkauf ist hier auch so eine Eigenheit. Also, oftmals wird der Kopf des geschlachteten Tieren gut sichtbar an den Stand gehaengt. Solange der Kopf ausblutet, also noch Blut tropft, wissen die Kunden dass das Fleisch frisch ist. Hat der Kopf ausgeblutet kauf keiner mehr das Fleisch. Das ist aber nicht immer so. Daher ist es sehr sinnvoll zu solchen Einkaeufen einen Einheimischen mitzunehmen, die haben einen sehr guten Blick dafuer.










Das Fleisch wird hier auch auf offener Strasse verarbeitet, die Dame im Hintergrund fuellt gerade Schweinedaerme zu Wuerstchen.











Und es gitb so viel gutes Gemuese.
Wenn sie es nur nicht so fett kochen wuerden




















Ja das war wohl mal ein Schwein :o)












Das ist mein absolutes Lieblingsfoto! Der arme Mann muss feste treten damit er sein Messer schleifen kann und das bei 30 Grad vormittags Temperatur.









Und mitten drin wird ein Rollstuhl repariert.
















Jeepney, das Haupfortbewegungsmittel der Filippinos. Damit kommt man immer fast ueberall hin.
Bis blick aber immer noch nicht welcher Jeepney wohin faehrt, das ist auch gar nicht so einfach, die ganze Stadt ist voll mit den Dingern und alle haben unterschiedliche Nummern.









Junge Kokosnuesse, sehr zu empfehlen. Das Innere ist noch geleeartig und schmeckt total lecker.
Die Kokosnuesse die wir in Deutschland kaufen werden hier uebrigens an Schweine verfuettert...













Das ist die wile Hilde, die hab ich so getauft. Hilde lebt ihr angebunden am Strassenrand, unter der staendigen Bewachung ihres Besitzers, bis sie gross und fett genug zum schlachten ist...
















Eines der unzaehligen Welpenbabys. Spaetestens in ein paar Tagen wird es wohl tot am Strassenrand liegen.








Und das ist das Haus meiner Hostfamily von aussen. Hier seht ihr die Seite zum Highway hin



Und hier zur Seitenstrasse. Hinten oben, was am hoechsten herausragt, das ist die Dachterasse, die leider nur zum Waeschaufhaengen benutzt wird. Aber ich nutze sie auch zum Lesen wenn es nicht gerade regnet oder zu heiss ist. Dort befindet sich auch mein Bad, wenn man das so nennen kann...